Workshops im Werkhaus Kainach
Gemeinsam Glas formen – offen für alle
In unserer Werkstatt widmen wir uns diesen Sommer der Glasfusing-Technik. Zwischen den kühlen Mauern der alten Fabrik und unserem Skulpturengarten am Fluss des Kainachtals nehmen wir uns einen Tag Zeit, um gemeinsam an Entwürfen zum Thema „Masken“ zu arbeiten.
Ihr braucht keine Vorkenntnisse – wir begleiten euch von der ersten Skizze bis zum Brennofen. Es geht uns darum, dieses selten gewordene Handwerk weiterzugeben – in einer kleinen Runde, ohne Eile und ohne Leistungsdruck. In den Pausen ist Zeit für Kaffee, Kuchen und Austausch im Grünen. Am Ende entstehen Unikate und Erfahrungen, die bleiben.
Unter 003 Workshops findest du alle weiteren Details und wie du dir einen Platz sichern kannst.
Willkommen im Werkhaus Kainach – ein besonderer Ort in der Weststeiermark, der Kunst, Handwerk und die Alchemie der Glasbearbeitung vereint. Entdecken Sie die faszinierende Welt des Glases durch die einzigartigen Werke von Renate, Lena, Jan und Fritz Prehal.
Sie sind herzlich eingeladen, die Galerie, die Werkstätten und den angrenzenden Garten nach telefonischer Voranmeldung zu besichtigen. Neben Wohn- und Gartenskulpturen, Glasschmuck und Fusingobjekten erwarten Sie im Werkhaus Kainach einizgartige, aus optischem Glas geschliffene Objekte.
WERKHAUS KAINACH
KAINACH 149
8573 KAINACH BEI VOITSBERG
03148/7394
[email protected]
www.werkhauskainach.com
GLAS FUSING WORKSHOPS: Tauche ein in die faszinierende Welt des Glases
Hast du Lust, mit deinen eigenen Händen etwas Einzigartiges zu schaffen?
Verbringe einen Tag im Werkhaus Kainach und entdecke die vielfältigen Möglichkeiten der Glasfusingtechnik, die alchemistische Schönheit des Materials und die Faszination eines uralten Handwerks.
Als kunsthandwerklicher Familienbetrieb öffnen wir diesen Sommer unsere Werkstätten für kleine, persönliche Workshops. Zwischen den alten kühlen Mauern unseres renovierten Fabrikgebäudes entsteht etwas, das bleibt: dein eigenes Unikat. Komm wie du bist, du brauchst keine Vorkenntnisse in der Glasverarbeitung und auch keine künstlerische Vorgeschichte. Der Kurs ist für alle offen. In familiärer Atmosphäre begleiten wir dich Schritt für Schritt – von der Skizze bis zum Brennofen.
Zwischen den Arbeitsphasen laden wir dich zu Kaffee und Kuchen in unseren Garten ein, wo du dich entspannen, dem Fluss lauschen und dich mit den anderen Teilnehmer:innen austauschen kannst. Am Ende des Workshops nimmst du nicht nur dein persönliches Werk mit nach Hause, sondern auch eine wertvolle gemeinschaftliche Erfahrung. Kunsthandwerkliche Fähigkeiten gehen vielerorts verloren – wir möchten dazu beitragen, dass dieses besondere Wissen erhalten bleibt und weitergegeben wird.
Termine: 4.7., 5.7., 4.9. oder 5.9.2026
Dauer: 1 Tag (ca. 7 Stunden von 10-17 Uhr)
Kleine Gruppe von 4-6 Personen
Thema: Masken. Seit jeher ist sie mehr als nur ein Gesicht: In vielen Kulturen steht sie für Verwandlung, Schutz oder das Sichtbarmachen verborgener Seiten – von Ritualen bis zur Kunst.
380 € pro Person (inkl. Material, Werkzeug, Brennkosten und Nacharbeit)
Für Anmeldung oder Fragen melde dich unter [email protected]
Von der Holzstofffabrik zum Werkhaus Kainach
Im Jahr 1856 gründete Franz Fuchsbichler etwas außerhalb des Ortes Kainach die Kainacher Holzindustrie – Holzstoff- und Pappendeckelfabrik. Damit wurden einerseits die reichlich vorhandenen Holzbestände der heimischen Wälder und andererseits die Wasserkraft des Kainachflusses ausgenutzt.
Um 1900 kam der Betrieb an die Familie Günther. Produziert wurde damals in großen Mengen Holzwolle, weshalb der Betrieb auch als Holzwollefabrik bezeichnet wurde. Neben der Verwendung als Verpackungs- und Stopfmaterial in den Glasfabriken, erzeugten von etwa 1940 bis 1949 die von Friedrich Schwamberg gegründeten Austrolithwerke in Kainach aus der Holzwolle auch zementgebundene Leichtbauelemente – eine Art Heraklitplatten.
Nach der Einstellung der Holzwolleproduktion – das Sägewerk wurde noch einige Zeit weiter betrieben – fiel das Gebäude bis in die 1990er Jahre in eine Art Dornröschenschlaf. Im Jahr 1993 haben dann die Keramiker Gerlinde Zöhrer und Reinhold Loschan und die Glaskünstler Renate und Fitz Prehal das ehemalige Fabriksgebäude erworben. Sie schufen Werkstätten und Schauräume und belebten und bereicherten mit ihrer Arbeit und mit Ausstellungen das Kunst- und Kulturleben in der Region. Seit dem frühen Tod von Reinhold Loschan (2001) und Gerlinde Zöhrer (2006) wird das Werkhaus Kainach nun engagiert von Fritz und Renate Prehal weitergeführt. Durch die Präsentation von Arbeiten anderer KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen bemüht man sich, die Bevölkerung mit den weiten Bereichen der Glasveredelung sowie von Kunst und Kunsthandwerk in Kontakt zu bringen.
– Prof. Dr. Ernst Lasnik
Für Lena begann die Geschichte des Werkhaus Kainach in den Pappschachteln unter den Verkaufstischen der Kunsthandwerksmärkte, in denen sie als Kind spielte, umgeben von den Glasarbeiten ihrer Eltern. Heute ist sie visuelles Gedächtnis und Kuratorin dieses Familienkollektivs. Sie lebt und arbeitet zwischen Berlin und dem Kainachtal. In diesem Oszillieren verbindet sie urbane Reflexion mit der handfesten Kraft der Werkstatt. Sie übersetzt die archaische Energie des Glases in eine zeitgemäße Sprache und führt die Familientradition in ein lebendiges, kollektives Schaffen. Seit fast 20 Jahren begleitet sie diesen Weg zudem mit der Kamera. Ihre Fotografie – künstlerisch, dokumentarisch und oft analog – versteht sie als witnessing, ein stilles, aufmerksames Bezeugen von Prozessen.
Doch ihre Arbeit findet genauso tief im Material selbst statt. Als Kulturanthropologin und visuelle Künstlerin begreift sie das Handwerk als eine ästhetische Praxis, die tief in der Alchemie des Feuers und der Transformation von Materie verwurzelt ist. In den beinahe rituellen Handgriffen, die ihre Eltern über 45 Jahre perfektioniert haben, findet sie eine Form der Präsenz, die sie in ihren eigenen Projekten weiterführt. Ob sie gemeinsam mit ihrem Bruder an der Knochenpräparation und skulpturalen Formgebung von Dinosaurier-Exponaten arbeitet oder mit ihrer Mutter Renate Prehal Glasschmuck entwirft – im Zentrum steht immer die unmittelbare physische Praxis und die Körperlichkeit des Materials.
Der kollektive Ansatz im Werkhaus Kainach ist für sie ein bewusster Gegenentwurf zum patriarchalen Konkurrenzkampf und der Entfremdung konventioneller Lohnarbeit. Es geht ihr um selbstbestimmtes und gemeinschaftliches Schaffen im Miteinander, geprägt von gegenseitiger Inspiration. In den Workshops im Werkhaus wird dieses Wissen nicht nur als Technik, sondern als lebendige, widerständige Erfahrung gedacht, die zeigt, wie wertvoll das haptische Erbe in einer zunehmend körperlosen Zeit ist.
Für Jan Prehal war das Werkhaus Kainach schon immer mehr als nur die Werkstatt seiner Eltern – es war sein erster Resonanzraum. Aufgewachsen zwischen verschiedenen Techniken der Glasbearbeitung, Werkzeugen und dem Rhythmus des Werkstattbetriebs, entwickelte er früh ein intuitives Gespür für unterschiedlichste Materialien und die Essenz präzisen Handwerks.
Während das Glas das familiäre Fundament bildet, machte er zusätzlich eine Lehre als Elektroanlagentechniker und entdeckte sein Interesse für die Arbeit mit Metall. Es folgten intensive Jahre in der Produktion, wo er nicht nur komplexe Verantwortungsbereiche übernahm, sondern in der Arbeit mit Lehrlingen auch seine Freude daran fand, Wissen weiterzugeben.
Die Lust auf Neues und der Drang, sich aus festgefahrenen Strukturen zu lösen, führten ihn auf ungewöhnliche, aber konsequente Pfade: Er machte sich in der bildenden Kunst selbstständig, vertiefte sich in die hochpräzise Dinosaurierpräparation (wo sich die gemeinsame Arbeit mit seiner Schwester in der Formgebung trifft) und ließ sich zum Personal Trainer ausbilden, um Menschen in Einzel- und Gruppencoachings zu begleiten. Was auf den ersten Blick wie Gegensätze wirken mag, ist für Jan ein logisches Kontinuum. Ob er Metall bearbeitet, prähistorische Strukturen rekonstruiert oder Menschen an ihre physische Kraft heranführt – im Kern geht es immer um das Verständnis von Form, Statik, Körperlichkeit und den direkten, ehrlichen Kontakt mit der Materie und dem Gegenüber.
Trotz all dieser Stationen riss der Faden zum elterlichen Betrieb nie ab; Jan war stets ein aktiver Teil des kollektiven Schaffens. Heute fließen all diese vielschichtigen Erfahrungen wieder dort zusammen, wo alles begann: im Werkhaus Kainach. Wenn er hier heute, unter anderem gemeinsam mit seiner Schwester, die Glas-Workshops leitet, bringt er weit mehr als nur handwerkliche Technik mit. Er verbindet seine Erfahrung in der Wissensvermittlung und sein feines Gespür für Menschen zu einer ganz eigenen Art der Anleitung. In seinen Kursen geht es nicht um strenge Vorgaben, sondern um kreative Freiheit und individuelle, persönliche Betreuung. Jan schafft einen Raum, in dem die Teilnehmer:innen die archaische Kraft des Werkstoffs Glas angstfrei erforschen und – ganz im Sinne des familiären Kollektivs – das Erschaffen mit den eigenen Händen als eine zutiefst erdende und bereichernde Erfahrung erleben können.
Letzten Sommer fand im Kunsthaus Köflach eine sehr sehenswerte Ausstellung statt, die einen Überblick über die aktuelle österreichische Glasszene für zeitgenössisches Glas bot.
Bis zum 5. Juli 2025 waren wir in der Schau „Transparenz“ gemeinsam mit 16 weiteren geschätzten Glaskolleg:innen vertreten. Fritz Prehal wirkte zudem sowohl kuratorisch als auch organisatorisch an der Entstehung mit.
Die Glaskünstler:innen Renate und Fritz Prehal feiern Jubiläum und laden herzlich ein!
Vor exakt 30 Jahren gründete das Paar das Werkhaus Kainach indem sie eine ehemalige Holzwollefabrik aus dem Jahre 1883, die dem Verfall preisgegeben war, in mühevoller Arbeit zu Ateliers, Ausstellungs- und Lebensraum umgestaltete.
Das Jubiläum wird am 1. und 2. Juli 2023 mit einer facettenreichen Sommerausstellung gemeinsam mit ihren Kindern Lena (Fotografie und Archiv) und Jan (Kunstobjekte aus Metall), sowie den Künstlerkolleg:innen Julia Kastler (Glasmalerei), Martin Karlik (Bronzeskulpturen) und Peter Troißinger (Malerei) in den Ausstellungsräumen und im Garten des Werkhaus Kainach gefeiert.
Hier ein kleiner Einblick in die Filmdreharbeiten 2023. Vielen lieben Dank an Oliver Pink und Wolfgang Scherz für die wunderbaren Fernsehbeiträge.